Der Dorfmittelpunkt als sozialer Treffpunkt ?

 

Ein paar Worte zur Vorgeschichte:

Das Problem des demografischen Wandels ist eines, das Mümling-Grumbach mit vielen anderen kleineren Dörfern in Hessen verbindet. In manchen gibt es bis heute keinen richtigen Marktplatz oder gar einen „Ortskern“ der je zu diesem Zwecke entwickelt wurde. Das Dorf das traditionell aus der Landwirtschaft gewachsen war, hatte mit funktionierender Land-, Vieh-, Holzwirtschaft, Kleingewerbe, Wirtshäusern und Läden immer genügend soziale Schnittstellen. Man hat bei, mit und während der Landarbeit kommuniziert. Tausche und Geschäfte per Handschlag geregelt. Jeder wurde im Dorf gebraucht. Jedes Dorf hatte sein soziales „Eigenleben“.  Verspottet,  verhöhnt, belacht und geliebt.  

 

Dieses ursprüngliche Dorf mit seiner landwirtschaftlich geprägten Infrastruktur gibt es wohl nur noch in den allerwenigsten Fällen. Die Art Landwirtschaft zu betreiben, veränderte sich über die Jahre enorm. Welche und wie viele Tiere gehalten wurden, welche Felder mit welcher Frucht bestellt wurden oder brach liegen blieben, unterlag äußeren wirtschaftlichen Zwängen. Die Landwirtschaft wurde in bestimmen Bereichen immer intensiver, andere wurden nicht mehr gebraucht. Als Familienbetrieb ernährte sie manche Familien nicht mehr. Der traditionelle landwirtschaftliche Familienbetrieb wurde immer öfter eingestellt. Man fuhr auswärts zum Arbeiten. Die sozialen Schnittmengen im Dorf reduzierten sich. Landwirtschaft wurde zum Zweiterwerb oder gar nur noch als Hobby betrieben.  Je nach Einwohnerzahl bestand dann in vielen Dörfern noch ein mehr oder weniger stark ausgeprägtes Dienstleistungsgewerbe.

 Industrielles Gewerbe und Mittelstand in zum Teil neu geschaffenen Gewerbegebieten, haben oft keinen Bezug mehr zum Dorfkern. Kriterien wie „Verkehrsanbindung“ oder „Autobahnnähe“ sind meist die entscheidenden Aspekte für die Ansiedelung eines Unternehmens.  So partizipiert das Dorf  nur noch indirekt über die Gewerbesteuer. Aber, es schafft plötzlich Fläche für den „Discounter auf der grünen Wiese am Ortsrand“. Wie in vielen Städten zuvor, hat sich in den letzten 15 Jahren nun auch auf dem Land in fast allen Regionen die „Einkaufssituation“ dahingehend verändert. Am Discounter ist ein Bäcker, daneben öffnet ein Kaffee.

Die Konkurrenz für das noch bestehende Dienstleistungsgewerbe im Ortskern wird zu groß.

Diese Situation hat sich auch in Mümling-Grumbach eingestellt. Die Infrastruktur veränderte sich in den letzten Jahren deutlich. Innerhalb von ca. 5 Jahren schlossen mehrere Geschäfte oder Einrichtungen des öffentlichen Lebens mit täglichen Öffnungszeiten.

So, z.B.:

1 Restaurant m. Biergarten      „Zur Krone“

1 Bäckerei m. allgemeinem Lebensmittelverkauf u. Stehkaffee          „Bäckerei Wölfelschneider“

1 Bankfiliale Volksbank

1 Bankfiliale Sparkasse m. Geldautomat

1 Metzgerei m. Partyservice   „Metzgerei Heckmann“

1 Friseurgeschäft            „Hofferberth

1 Restaurant      „Vela Luka“

 

aktuell gibt es noch:

1 Restaurant m. Pension       „Zum Bergkeller“    

1 Einrichtungshaus                  „Koch“

1 Friseurgeschäft                      „Reeg“

1 Milchtankstelle

Diese Situation stellt sich bis heute so dar.

 

Die Gruppe „Dorfentwicklung Mlg.Grb.” entsteht:

Mit dem begonnenem IKEK-Prozess der Gemeinde Höchst gründete sich ab 2015 in Mümling-Grumbach eine Gruppe interessierter Bürger zur Interessengemeinschaft „Dorfentwicklung Mümling-Grumbach“. Es wurde sehr bald klar, dass man an der Situation im Dorf etwas verändern will und man sich gemeinsam dieser Sache annimmt. Wenn für das Dorf etwas verändern werden soll, war eine erste Erkenntnis jedoch besonders wichtig für uns.

Es ist unmöglich, die alte Infrastruktur wiederherzustellen.

Ein Beispiel dafür, über das auch wir in unserer Gruppe oft diskutierten, sind die durch Initiativen oder Interessengemeinschaften weitergeführten „Dorfläden“. Wir hatten bei unserer bisherigen Arbeit erfahren, wie schwierig solche Umgestaltungen sein können. Auf welche Hindernisse man plötzlich stößt, was alles zu beachten ist und wieviel Zeit man für diese Arbeit aufbringen kann. Bei größtem Lob für das Engagement und den guten Willen mit solchen Initiativen aktiv zu helfen, zeigt das Ergebnis nicht selten eine andere Seite. Viele dieser Initiativen haben die Erfahrung machen müssen, dass der persönliche Aufwand enorm ist, aber die wirtschaftlichen Ergebnisse trotzdem nicht ausreichen, diese Dorfläden gesund weiter zu betreiben. Das führte nicht selten wieder zur Schließung oder stark eingeschränkten Öffnungszeiten. Mitunter auch nur saisonalen Öffnungszeiten während denen es sich wirtschaftlich trägt.

Wir wollten deshalb von Anfang an einen anderen Weg gehen, dessen Erfolgsaussichten uns vielversprechender erschienen. Ob schlussendlich Erfolg dafür bestimmt ist, hängt auch bei uns von der Unterstützung der Dorfbewohner ab. Aber auch die finanzielle Unterstützung durch die Gemeinde, den Landkreis, Fördergelder oder Sponsoren ist maßgeblich für den Erfolg unseres Vorhabens.

Wir können die bestehende Infrastruktur nicht reparieren oder gar wiederherstellen. Dazu bedarf es in der Regel viel größerer struktureller Steuerung als man in unserem Ortsteil, mit unseren Mitteln leisten könnte. Nein, wir wollen die mehr oder weniger noch bestehende Infrastruktur analysieren und nach Möglichkeiten suchen, eine neue verkleinerte soziale Infrastruktur mit ihren Schnittmengen zu entwickeln.

Sinnvoll erscheint es uns, das Leben im Dorf mal aus einem ganz anderen Blickwinkel zu betrachten. Das Dorf mal „nüchtern unter die Lupe“ nehmen.

 

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Wir stellten uns folgende Fragen:

-Findet in unserem Dorf noch „soziale Lebendigkeit“ im täglichen Leben statt? Wenn ja, wann, warum und wo?

-Welche sozialen Schnittstellen im öffentlichen Leben gibt es tatsächlich noch im Dorf?

-Wie kann man die bestehenden sozialen Schnittpunkte ergänzen, verbinden, ausbauen oder durch überlegte Veränderungen der Infrastruktur neue Schnittmengen schaffen?

-Kann man durch die Gesamtheit solcher Maßnahmen an bestimmten Stellen des Dorfes „neue soziale und alltägliche Lebendigkeit“ erzeugen?

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In der Dorfentwicklungsgruppe versuchte man die Situation des Dorfes, so verstehen zu lernen. Wenn die bisherige Infrastruktur, aus demografischen und wirtschaftlichen Gründen zerfiel, litt die soziale Infrastruktur am Verlust dieser Schnittpunkte des öffentlichen Lebens sehr.

Die Gruppe stellte sich deshalb die Aufgabe die Infrastruktur mit geringen Mitteln so zu verändern das wieder soziale Schnittstellen im alltäglichen Leben entstehen. Nur wo genügend Schnittmenge ist, kann sich „Dorfleben“ entwickeln. In unsere Betrachtungen bezogen wir nur Überlegungen ein, die die noch bestehende Infrastruktur zur Grundlage hatten.

 

Neben anderen Ideen (z.B. der Ausbau der Güterhalle zum Dorftreffpunkt) wurde sehr früh auch der Ausbau des Dorfmittelpunktes zu einem Mehrgenerationen-Treffpunkt aufgegriffen. Dies wäre eine Verstärkung der bestehenden Infrastruktur im Mittelpunkt des Ortes, die das Dorfleben sichtbarer machen würde.   Verlorengegangene soziale Schnittpunkte würde man nur dann erhalten, wenn sie mit geringem Aufwand wieder zu einem Ort sozialer Schnittmenge werden könnten.  Eine neue gut durchdachte soziale Infrastruktur zu entwickeln, die der Größe des Dorfes angepasst ist.

So beteiligte man sich intensiv am IKEK-Prozess der Gemeinde Höchst um die Idee des Ausbaues des Dorfmittelpunktes umsetzen zu können. Da die Versorgungssituation insbesondere für die älteren Bewohner schwierig geworden war, integrierte man in diese Überlegungen von Anfang an auch einen Stellplatz für Verkaufsfahrzeuge (Strom- und Wasseranschluss).  Eine Wiederansiedlung von Gewerbe kann ein recht langwieriger Prozess sein und wäre immer auch abhängig von der privaten Initiative eines Unternehmers. Es schien sinnvoller die Infrastruktur so umzustellen, das mobiler Verkauf einfacher umsetzbar ist und für den Unternehmer attraktiver würde. Nach zweijähriger intensiver Arbeit mit der Gemeinde, dem Landkreis, den Vertretern der anderen Ortsteile und einem Architekturbüro stand Ende 2018 ein fertiger Umgestaltungsplan für den vorderen Teil des Dorfmittelpunktes zur Ausschreibung durch die Gemeinde bereit. Eine Verbindung und Aufwertung der bestehenden Bushaltestelle und Spielplatzes mit einem neu geschaffenen „Mümlingufer“ und einem Verkaufswagenstellplatz begeisterte alle Beteiligten. Die Freude war groß.

Auch wenn es im Jahr 2019 dann nicht gelang, eine Baufirma für den Bau des Projektes zu den geplanten Konditionen zu finden, wurden doch deutlich sichtbare soziale Schnittstellen im Ortskern entwickelt.

In Abstimmung mit dem Ortsbeirat wurde es möglich das eine mobile Bäckerei jeden Samstag(vormittags) zum Verkauf von Backwaren an der Bushaltestelle (künftiger Verkaufswagenstellplatz) stattfand. Nach ca. einem Jahr reger Inanspruchnahme kam eine mobile Metzgerei hinzu. Diese Verkaufsstände bilden mittlerweile einen festen Bestandteil der sozialen Infrastruktur und einen wirtschaftlichen Erfolg für in der Region ansässige Unternehmen, die gerade einen zweiten Öffnungstag unter der Woche testen.

Die „Dorfmittelpunktidee“ basiert ursprünglich auf dem vorhandenen Spielplatz. Dieser wurde und wird von Eltern mit Kindern gern besucht und lebendig genutzt. Dabei handelt es sich vorrangig um Kinder in der Altersgruppe 1-6 Jahren, bei schönem Wetter nachmittags täglich. Diese Lebendigkeit sollte man erhalten und beständiger machen. Mit der Umsetzung des IKEK-Projektes wird auch der Spielplatz um einen Wasserspielbereich erweitert und attraktiver werden.

Durch die Öffnungszeiten der Verkaufswägen wurde jetzt eine weitere Belebung des Dorfmittelpunktes unmittelbar vorm Spielplatz am Sa, Di bzw. Mittwoch vormittags erreicht. Nach der erfolgten Umsetzung des IKEK-Projektes und den damit verbundenen baulichen Veränderungen sollen auch die bestehenden Bushaltestellenhäuschen aufgehübscht einen attraktiven Anlaufpunkt darstellen.  Ergänzt durch einen Bücherschrank und durch die Einbeziehung des Bereiches bis zum Mümlingufer mit attraktiven Sitzmöglichkeiten, versprechen wir uns eine weitere Belebung. Wir hoffen, dass sich in den Sommermonaten vielleicht sogar gelegentlich eine Verzahnung zwischen den Verkaufswagenzeiten und der nachmittäglichen Nutzung des Spielplatzes entwickeln könnte. Probeweise bot im letzten Sommer bei schönem Wetter der Bäckereiverkauswagen schon „Coffee to Go“ an.

Die Dorfentwicklungsgruppe bekam die Möglichkeit einen leerstehenden Raum in unmittelbarer Nähe des Dorfmittelpunktes für ihre Arbeit und regelmäßige Treffen zu nutzen. Dort wurde durch engagierte Mitglieder ein „gemeinsames Kaffeetrinken“ Dienstag nachmittags ins Leben gerufen und seit ca. einem Jahr jeden Dienstag durchgeführt. Insbesondere von älteren Bürgern wird das gern angenommen, da auch das Sparkassen-Mobil am Dienstagnachmittag diesen „künftigen“ Verkaufsplatz nutzt und man das „Angenehme mit dem Nützlichen“ verbinden kann.

 

Das IKEK-Projekt ist gerade erneut in 2020 ausgeschrieben und wir sind optimistisch das es in diesem Jahr zur Umsetzung kommt.

Soweit zu den bisherigen Aktivitäten der Dorfentwicklungsgruppe.

 

Zum Heute:

“Inselpark” mit Mehrzweckfläche? .. eine Frage,die sich stellte, beim Inselpicknick 2019

 

                                                                       „Inselpark“             (Mehrgenerationen)

Der zu entwickelnde Dorfmittelpunkt beinhaltet zum einen natürlich den Bereich, der durch das IKEK-Projekt umgestaltet werden soll. Die Überlegungen zur Umgestaltung erstrecken sich jedoch auch auf den gesamten Bereich der ehemaligen „Insel“, der sich hinter dem Spielplatz, entlang der Mümling erstreckt. Das Gartengrundstück eignet sich ideal für die Schaffung eines kleinen … nennen wir ihn hier jetzt mal … „Inselpark“. Der Begriff „Insel“ ist bewusst gewählt und hat geschichtlichen Hintergrund.. Er rührt daher, dass dieses Grundstück bis in die 1960er Jahre noch von Mümling und Mühlgraben umflossen wurde und tatsächlich eine Insel war.

Hier kann man insbesondere für die Kinder der Altersgruppe 7-13 Jahre, Jugendliche aber auch junge Erwachsene eine geeignete Schnittstelle zum Dorfmittelpunkt entwickeln. Wenn man die Inanspruchnahme der öffentlichen Verkehrsmittel ausklammert, so fehlt auch in Mümling-Grumbach besonders für diese Altersgruppe ein Verknüpfungspunkt in die soziale Infrastruktur des öffentlichen Lebens. Anfängliche Überlegungen, die in Richtung eines Wlan-Point gingen, wurden dann doch nicht mit aller Konsequenz betrieben. Es stzte sich die Meinung durch, das damit unmittelbar vor Ort eine Kommunikationsbelebung nicht zwingend erzeugt werde. Es könnte durchaus auch zu einer “Beruhigung” der öffentlichen Kommunikation führen.  

Wir sind der Meinung das besonders die jungen Heranwachsenden aber auch jungen Erwachsenen für unser Dorf sehr wichtig sind und gerade in Bezug auf die “Landflucht“, die eigentliche Zukunft bedeuten. Eingebundenheit und Identifikation in und mit dem Dorf sind vielleicht gerade die einzigen und entscheidenden Argumente, wenn es nach Ausbildung oder Studium darum geht wohin man seinen Lebensmittelpunkt verlegen wird.  Wenn man dem derzeitigen Trend begegnen will, dann wohl am besten damit, dass die eigenen Heranwachsenden gern auf dem Land leben, weil das Land lebt und das Landleben lebenswert ist.  

So ein … nennen wir ihn wieder …. „Insel-Park“ …, läge ganz im Trend städtischer Jugend. Ein allgemeiner Treffpunkt bei schönem Wetter. Mit 1-2 wetterfesten Tischtennisplatten und einem Beachvolleyballfeld würde man gezielt auch für diese Altersgruppe im Dorfmittelpunkt eine Schnittstelle schaffen.

Für das gesamte Inselkonzept sind Wege und Bänke als Verweilmöglichkeit vorstellbar. Insbesondere ältere Einwohner wollen gern an einem lebendigen und öffentlichen Dorfleben teilhaben. “Mal zur Insel schlendern, eine Bank ist noch frei, ein wenig die Sonne genießen, was macht die Mümling heute?”. Man meint, keiner unserer Einwohner könnte dem wirklich widerstehen. :o)

Gleichzeitig wäre es mit geringem Aufwand möglich, eine schon vorhandene Betoneinfassung in eine „Mehrzweckfläche“ umzuwandeln. Die könnte einerseits für sportliche Aktivitäten genutzt, aber auch bestuhlt werden. So stünde die Mehrzweckfläche für verschiedene Events zu Verfügung. Die ansässigen Vereine wären sicherlich daran interessiert, die ein oder andere Aktivität mal ins „Grüne“ zu verlegen.  Dies wäre eine Veränderung der Infrastruktur, die dauerhaft soziale Schnittmengen entstehen ließe. Durchaus wäre auch die Austragung der traditionellen Dorffeste wie Kerb, Weinfest aber auch neue Formate wie Sommerkonzerte in dieser grünen Atmosphäre denkbar. In der Gesamtheit dieser vielen einzelnen Berücksichtigungen könnte unser Dorf trotz des Verlustes eines großen Teils der Infrastruktur an neuer Attraktivität gewinnen.

 

Für die Zukunft

Im hinteren Teil des zu entwickelnden Inselparks besteht eine kleine Streuobstwiese.  Die ließe sich sicherlich mit geeigneten Mitteln (HALM), um alte Obstbaumsorten erweitern und mit Hilfe einer Interessengemeinschaft unterhalten. Gerade vor dem Hintergrund des Insektensterbens und dem Verlust der Artenvielfalt wäre das eine sinnvolle Initiative zur Erhaltung der “Streuobstwiese”, die darauf aufmerksam macht, dass die Wiederbelebung und Erhaltung der Kulturlandschaft mit gezielter Landschaftspflege, eventuell auch durch Beweidung dringende Aufgaben der Zukunft sind.

 

Die Gruppe “Dorfentwicklung Mümling-Grumbach” ist davon überzeugt, dass die Umgestaltung des Dorfmittelpunktes im Ortskern, wie ein Puzzle, aus vielen kleinen Teilen zusammengesetzt werden kann. Die Wirkung für das soziale Leben im Dorf ist schon nach den ersten zaghaft angebrachten Puzzle-Teilen sichtbar und spürbar.  

„Da passiert wieder was.“, „Da trifft man sich.“, „Da schaut man schon mal hin.“.

Natürlich ist es nicht immer leicht und Rückschläge gab und gibt es auch immer wieder.

 

Aber mit Ihrer Hilfe könnten wir wieder ein neues Puzzle-Teil einfügen.

Vielen Dank

 

 

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Dorfmittelpunkt  (erste Überlegungen)

Mal abgesehen vom Weinfest der FFW, ist der Marktplatz in Mlg.-Grb. in der Regel ein Parkplatz. Nur selten werden die vorhandenen Bänke benutzt. Das kann daran liegen, dass Bänke ohne Rückenlehnen für gemütliches längeres Sitzen allgemein nicht geeignet sind oder daran, dass man beim Brunnen ungünstig nah am Verkehr der Straße sitzt, ohne selbst ausreichend Distanz zu bekommen. Auch die Blickrichtung wird ungünstig gegen Hausfassaden gelenkt.  Die Bänke in ihrer Anordnung wirken sich eher nachteilig auf die Atmosphäre auf dem Marktplatz aus. Ziemlich bald entsteht für den “Sitzenden” das Gefühl des “Präsentiert-seins”

Um den Marktplatz so umzugestalten, dass er gern als Aufenthaltsort und Sitzmöglichkeit genutzt werden würde, müsste er grundlegend in Ausrichtung, Aufteilung und Gestaltung verändert werden. Nicht nur der Marktplatz, sondern auch die andere Mümlingseite, die Bushaltestelle, der Spielplatz sowie das Mümlingufer müssten als ein Dorfmittelpunkt zusammen betrachtet werden.
  

Die Ruhepunkte “Marktplatz” und “Insel”  müssen, von ihrem Blickwinkel her, aufeinander zugerichtet werden.

 

 

 

Wenn Bänke auf dem Marktplatz und in der Diagonalen an der Bushaltestelle in Blickrichtung “gegenüberliegend” angeordnet werden würden, entstünde für den Betrachter ein großer “Blickraum”.

Durch die Einbeziehung der Straße, der Gehwege und der Mümling in diesen “Blickraum” eröffnen sich dem Betrachter völlig neue Beobachtungsmöglichkeiten, die die Mümling-Grumbacher-Straße in beide Richtungen und den Verlauf der Mümling mit ihren Ufern in beide Richtungen überblicken lassen.

Die Mümling mit ihren Ufern wird dann auch optisch als verbindendes Element des Dorfmittelpunktes wahrgenommen werden können. Der Dorfmittelpunkt stellt sich dem Betrachter in den Ruhepunkten deutlich vielfältiger, lebendiger und voller dar. Spielende Kinder, sitzende Senioren/innen und geschäftiges Leben im Bereich der Bushaltestelle-Straße-Volksbank können mit einem Blick wahrgenommen werden und versetzen den Betrachter in eine “angenehme” Position.

Für ein neues Konzept des Dorfmittelpunktes sollten deshalb die beiden Plätze, “Marktplatz” und “Insel”, als Gesamtkonzept gestaltet werden. Anordnung und Ausrichtung der Ruhepunkte könnten, aufeinander abgestimmt, einen attraktiven “Dorfmittelpunkt” ergeben.

Um die Kosten gering zu halten, sollte Bestehendes einbezogen werden und durch Neues ergänzt werden.

 

 


 


Bereich Bushaltestelle:

 

Dieser Bereich könnte soweit umgestaltet werden, dass eine “Öffnung” des Bereiches hin zur Mümling und zum Spielplatz erfolgt. Die Wartehäuschen der Bushaltestelle würden erhalten bleiben, jedoch den Blick auf Spielplatz und “Insel” freigeben.

Der Zaun rechts neben der Bushaltestelle würde nach hinten versetzt werden, so dass der Spielplatz immer noch separat durch den Zaun abgesichert bliebe . So ergibt sich rechts neben den Haltestellenhäuschen ein neuer einladender Platz unter Bäumen. Dieser Platz sollte der zweite große Ruhepunkt neben dem Marktplatz sein. Der oben gelb dargestellte Bereich würde aufgepflastert werden, ähnlich dem Pflaster im Bushaltestellenbereich.

Gleichzeitig wäre dieser Platz Treffpunkt und Zugang zu Spielplatz, Mümlingufer und Inselrundweg. Dazu könnte im Bereich rechts, zur Mümling, eine  “eingelassene” Mümling-Treppe neu entstehen.

Damit die Treppe zum Mümlingufer nicht zu steil werden würde und die Böschung nicht aufgetragen, würde die Treppe oben auf dem Platz für ca.2-3 Treppenstufen eingelassen. So öffnet sich der Blick auf die Mümling einladend.

 

Der Inselrundweg verläuft ab dieser Treppe auf der Böschung um die Insel bis zum Mühlweg und lädt dazu ein, an der Mümling zu sitzen und zu spazieren. Das direkte Mümlingufer wäre über die Treppe erreichbar und könnte der Insel entlang bis zum Mühlweg vielfältig genutzt werden.

 

Dazu gibt es schon einige Ideen:


 

Bereich Spielplatz:

Der Spielplatz ist der bisher meist genutzte Bereich der Dorfmitte. Eine Ergänzung um einen “Wasserspielplatz” und die Anbindung eines Toilettenwagen/Verkaufswagenstellplatzes, der über einen Strom-/Wasseranschluss verfügt, würde auch eine Bereicherung für den gesamten Ort darstellen. Events und Veranstaltungen ließen sich so leichter umsetzen.

Eine Verlängerung des Daches der Bushaltestelle in den Spielplatz hinein brächte den schon so vermissten Sonnen- und Regenschutz für Spielplatzbesucher und Sitzmöglichkeiten für Begleitpersonen.

 


Bereich Marktplatz:

 

Der Marktplatz könnte durch eine geschickte Aufteilung des Raumes zu einem gern besuchten Platz der Anwohner werden.  Pergolen wären als räumliche Gestaltungsmöglichkeit sinnvoll. So entstünden auf dem Marktplatz verschiedene separate Bereiche. Eine Bepflanzung der Pergolen wäre vorstellbar.

Sitzbereich um den Brunnen  /  Sitzbereich zum Mümlingufer  /  Bereich Anwohner

—   Pergolen      —  Bänke     — Brunnen     — Pflaster

Die Pflasterung des Marktplatzes sollte bis an die Böschung zur Mümling erweitert werden. Das Beparken damit ausgeschlossen werden. Der Verkehr in die “Straße an der Mümling” wäre nicht beeinträchtigt. Zur “Beruhigung” des Verkehrs würden lediglich am Anfang und am Ende des Markplatzes geringfügige Schwellen entstehen.

Eine weitere Gestaltungsmöglichkeit des Dorfmittelpunktes könnten Sitztreppen in der Mümlingböschung am Marktplatz und gegenüber sein. Dabei handelt es sich ebenfalls um “eingelassene” Sitzstufen, die das Ablaufprofil des Mümlingbettes nicht verengen.

  

Das untere Foto zeigt die separaten Bereiche die auf dem Marktplatz entstehen könnten, wobei die hier abgebildeten Sandsteinpergolen lediglich eine Gestaltungsidee sind. 

Der Dorfmittelpunkt in Mümling-Grumbach würde durch diese Neugestaltung eine enorme Aufwertung erfahren.

Die “Wiederentdeckung” der Mümling würde eine neue Selbstverständlichkeit für Erholung erzeugen können.

Mümling-Grumbach könnte der erste Ort im Odenwaldkreis und bis an den Main in Bayern sein, der die Mümling, und somit das Mümlingtal in dieser Form erlebbar machen würde.

 

Welche Austrahlungskraft das auf andere Orte ausüben und welche Anziehungskraft für die Gesamtgemeinde Höchst daraus entstehen könnte, ist leicht vorstellbar. Es wäre ein wichtiger struktureller Schritt der Gemeinde, sich als touristisches Bindeglied zwischen der “Kurstadt Bad König” und der “Breuberger Burg” zu verstehen.